Cholesterinwerte im Griff?

Erhöhte Blutfettwerte sind weit verbreitet. Etwa ein Drittel der Bevölkerung zwischen 18 und 79 Jahren hat einen erhöhten Cholesterinspiegel, das heißt einen Gesamtcholesterinwert von mehr als 250 mg/dl im Blut. Darauf wies die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) anlässlich des „Tag des Cholesterins“ am 18. Juni 2010 hin. Der Aktionstag motiviert jedes Jahr dazu, die Blutfettwerte bestimmen zu lassen. Nicht jeder kennt die Zielwerte oder weiß, wie man zu hohe Werte in den Griff bekommen kann. Wünschenswert ist ein Cholesterinwert unter 200 mg/dl. Werte zwischen 200 und 250 mg/dl sollte man im Auge behalten, bei höheren Werten sollten die Betroffenen mit einem Arzt sprechen.

Hypertoniker haben ebenfalls häufig zu hohe Blutfettwerte. Da sowohl Bluthochdruck als auch ein erhöhter Cholesterinspiegel vorzeitige Arterienverkalkung begünstigen, sollten gerade Hypertoniker auf ihre Cholesterinwerte achten.

Cholesterin ist ein Bestandteil des Körpers

Cholesterin gehört zu den Lipiden, das heißt zu den Fetten, und ist ein lebensnotwendiger Baustein unseres Körpers. Ein gesunder Mensch hat etwa 140 Gramm Cholesterin im Körper. Rund neunzig Prozent stellt der Körper selber her, der Rest stammt aus der Nahrung. Cholesterin ist nicht wasserlöslich und für den Transport im Blut verbindet es sich mit Eiweißen. Die so genannten Lipoproteine gibt es in mehreren Formen: Low Density Lipoproteine (LDL) transportieren Cholesterin von der Leber zu den Geweben, High Density Lipoproteine (HDL) bringen Cholesterin aus den Geweben zum Abbau in die Leber zurück.

Erhöhte LDL-Werte begünstigen die Entstehung arteriosklerotischer Veränderungen und erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dagegen schützt HDL-Cholesterin die Arterien vor Fettablagerungen. Mediziner ziehen zur Einschätzung des Cholesterinwerts das Verhältnis von LDL zu HDL heran, den so genannten LDL/HDL-Quotienten: Werte unter 3 sind gut, Werte zwischen 3 und 4 sind tolerierbar und Werte über 4 sollte man mit dem Arzt besprechen.

Eine hohe Cholesterinzufuhr erhöht etwa bei der Hälfte der Menschen das ungünstige LDL-Cholesterin. Dabei ist für die Cholesterinkonzentration im Blut weniger das Nahrungscholesterin entscheidend, sondern vor allem die verzehrte Menge an Gesamtfett und insbesondere an gesättigten Fettsäuren. Dennoch empfiehlt die DGE, die Cholesterinzufuhr auf etwa 300 mg pro Tag zu begrenzen. Diesen Richtwert bestätigen Studien, in denen eine gesenkte Zufuhr von Cholesterin das Risiko für Herzkrankheiten reduzierte. Der Speiseplan sollte weniger fettreiche und tierische Lebensmittel enthalten und mehr Gemüse, Obst und Getreideprodukte. Neben einer angepassten Ernährung gehören Lebensstiländerungen wie Gewichtsreduktion, regelmäßige Bewegung, wenig Alkohol und Rauchverzicht zu einer zielgerichteten Ernährungsumstellung bei erhöhten Cholesterinwerten.

Fettarme Ernährung

Personen mit erhöhten LDL-Cholesterinwerten sollten insbesondere die Gesamtfettmenge und die Zusammensetzung der Fette im Auge behalten. Je nach körperlicher Aktivität sollte die Fettzufuhr 30 bis 35 Prozent und gesättigte Fettsäuren unter 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr ausmachen. Das entspricht bei Erwachsenen einer Gesamtfettzufuhr von etwa 60 bis 80 g Fett pro Tag. Bei allen tierischen Lebensmitteln – außer Fisch - sollten magere Sorten oder fettarme Varianten auf den Tisch kommen. Kokosfett, Butter, Sahne, Schmalz und Speck sind sparsam zu verwenden. Bei industriell verarbeiteten Lebensmitteln sollte man auf versteckte Fette achten. Mehrfach ungesättigte Omega-6 und Omega-3 Fettsäuren sollten bis zu 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr ausmachen. Bevorzugt sollten pflanzliche Fette und Öle verwendet werden wie Raps- oder Leinöl sowie Pflanzenmargarine mit hohem Rapsölanteil.

Empfehlenswert sind ein bis zwei Mahlzeiten pro Woche mir Seefisch wie Lachs, Hering oder Thunfisch. Fischölkapseln sollte man nicht ohne ärztliche Verordnung einnehmen. Die restlichen 10 bis 15 Prozent der Fettzufuhr erfolgt einfach mit ungesättigten Fettsäuren wie sie in Olivenöl enthalten sind. Verzichten sollte man auf  besonders cholesterinhaltige Lebensmittel wie Innereien und Meerestiere sowie auf den Verzehr der Haut von Fisch und Geflügel. Eier sollten auf zwei bis drei Stück pro Woche begrenzt werden. Auch Frischeinudeln und Fertiggerichte können Eier enthalten. Fettarm und cholesterinfrei sind Brot, Nudeln ohne Ei, Reis, Haferflocken, Gemüse, Salate, Obst, Hülsenfrüchte und Kartoffeln. Sekundäre Pflanzenstoffe in Gemüse und Obst haben cholesterinsenkende, antioxidative und antientzündliche Wirkungen. Alkohol sollte man so wenig wie möglich trinken. Er hat zwar günstige Wirkungen auf das HDL-Cholesterin, erhöht aber die Triglyceride.