Aktueller Stand der nicht-medikamentösen Therapie bei Bluthochdruck
(Quelle: Hoyer J, Herz 2012, 37:728-734)

Körperliche Aktivität, Gewichtsoptimierung, Nahrungsmodifikation und Kochsalzeinschränkung sowie gemäßigter Alkoholkonsum und Nikotinkarenz stellen die 4 Säulen der nicht-medikamentösen Therapie dar.

Körperliche Aktivität
Empfohlen wird eine regelmäßige mehr als 3-mal wöchentliche körperliche Aktivität, jeweils mit moderater Intensität bzw. submaximaler Ausbelastung über 30-45 min. Bevorzugt sind sogen. Bewegungssportarten (Jogging, Schwimmen, Radfahren), überwiegend in der aeroben Belastungsphase (genauere Erklärungen bei Ihrem ärztlichen Spezialisten). Hypertoniker mit kontrolliertem (gut eingestelltem) Bluthochdruck dürfen prinzipiell Leistungssport betreiben, dies betrifft auch Kraftsportarten.

Gewichtsreduktion
Eine Gewichtsreduktion sollte ab einem BMI von 25 erfolgen, für die Blutdrucktherapie ab einem BMI von 30 erscheint sie unerlässlich. Angestrebt werden sollte ein Hüftumfang von 102 cm (Männer) bzw. max. 88 cm (Frauen). Intensivdiäten werden nicht empfohlen.

Diät incl. Reduktion der Kochsalzzufuhr
Für die sogenannte DASH-Diät (ähnlich der mediterranen Kost) konnte eine blutdrucksenkende Wirkung beschrieben werden. Prinzipiell gilt: 

 - erhöhter Anteil frischer Früchte und Gemüse, pflanzliche Eiweißen und Gemüse
 - verminderte Zufuhr von gesättigten Fettsäuren und Cholesterolen

Empfohlen wird von allen Gesellschaften einschließlich der WHO eine Reduktion der Kochsalzzufuhr auf 6g/Tag. Amerikanische Gesellschaften empfehlen bei erhöhtem Gesamtrisiko sogar 3g/Tag. Dort wird die Kochsalzreduktion als eine der wichtigsten Interventionsmöglichkeiten in der kardiovascularen Medizin angesehen.
Als besonders Salzreich gelten prozessierte Nahrung (Fertigprodukte, Imbissnahrung etc.) sowie z.B. Brot , Pizza, Suppen und Saucen, bestimmte Käsesorten und Wurstwaren.

Nikotin und Alkohol
Diesbezüglich existiert eine gute Datenlage: eine Nikotinkarenz ermöglicht eine bessere Blutdruckeinstellung (neben der Reduktion weiterer bekannter Risiken wie Herzinfarkt und Tumorerkrankungen) und eine Reduktion des Alkoholkonsums führt ebenfalls zur Absenkung des Blutdruckes. Folgende Empfehlungen gelten:

 - 150 ml eines ca. 12%igen Alkoholgetränkes (z.B. Wein oder Sekt)
 - 330 ml eines ca. 5%igenAlkoholgetränkes (z.B. Bier)
 - 40 ml eines ca. 40%igen Alkoholgetränkes

Mitarbeit des Patienten
Studien zeigen, dass nach 1 Jahr Blutdrucktherapie nur noch ca. 50 % der Patienten die Therapie effektiv fortführen. Wichtige Hilfen bei der Therapietreue sind:

 - Teilnahme an Patientenschulungen und Selbsthilfegruppen
 - Einbindung von Praxisassistenten in die Therapie
 - Diätberatungsangebote
 - Blutdruckselbstmessung zuhause
 - Dosisanpassung durch geschulte Patienten
 - Verwendung von Kombinationspräparaten
 - langwirksame Antihypertensiva u.a.